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"Das traumhafte Bild erscheint fern"
Die Aussage des Malers Markus Lüpertz, "Fotografie ist keine Kunst, weil zwischen Individuum und Werk der mechanische Apparat steht", ist so antiquiert wie mittlerweile seine Malerei, die auf dem Kunstmarkt kaum noch jemand beachtet. Das ehemalige Stiefkind Fotografie dagegen ist zum Star aufgerückt: Hochwertige Schwarz-Weiß-Abzüge aus Silbergelantine oder Platin-Palladium beispielsweise erzielen derzeit auf den Auktionen bis zu 200 000 Dollar. Kunst wird mit Fotografie evoziert, wenn es gelingt das Abwesende/Unsichtbare im Bild zu vergegenwärtigen.
"Nicht sichtbar" ist in Mona Breedes Fotografien (sie stellt im März zusammen mit anderen Absolventen der HFG bei Karlheinz Meyer aus) die Distanz. Anders als beim Werbefotografen oder beim Amateurknipser gibt es keine Assoziations-, Interpretations- oder Wiedererkennungszwänge.
Die fotografierte Szene/der Ort bleibt fremd, fern, unnahbar. Wenn Menschen auftauchen, denn wie in einem labyrinthartigem Traum: Man kann sich verlieren. Man kann sich finden.
Franz Littmann
Klappe auf, Oktober 1998
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