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"Der Hintergrund der Existenz"
Mona Breede vereint die Wiedergabe von ôffentlichem Raum mit der Darstellung von Menschen. „Öffentlicher Raum“ meint
dabei den Innenraum, den urbanen städtischen Bereich wie den landschaftlichen Raum. In der Verschränkung beider Ebenen,
von Raum und Mensch, ist den Personen die eigentliche Regie zugewiesen. Sie definieren den Raum, geben ihm Intensität, bilden aber
zugleich ein eigenes, fast abstraktes Muster.
Der Ausgangspunkt sind bestimmte reale Orte als Zeichen unserer Zeit, unserer Gesellschaft. Diese Orte sind nicht inszeniert,
besitzen aber auch keinen eigenen dokumentarischen Anspruch. Sie sind die Folie und der Interaktionsraum für die Menschen.
Gezeigt werden Momente, Ausschnitte einer Realität, die im Rahmen der Bildidee und zur formalen Korrektur Eingriffe
erfahren können. Diese fragmentierte Wirklichkeit ähnelt einem angehaltenen filmischen Moment, die Realität ist stillgestellt,
der Flüchtigkeit entkleidet. Der Mensch scheint darin als Teil einer übergeordneten Konfiguration, als unterläge er einer geheimen,
hôheren Regie, ohne sich dessen bewußt zu sein.
Diesen choreographischen Gebilden eignet ein hoher ästhetischer Reiz, im Rhythmus der Bewegung, in den Distanzverhältnissen, in der Konfiguration
an sich wie im Verhältnis zum dargestellten Raum. Hinzu kommt eine wesentliche soziale Komponente, die sich erst dem näheren Hinsehen erschließt.
Wir sind auch Zuschauer einer offenen oder geheimen sozialen Interaktion. Ohne auf vordergründige Effekte zu zielen, wird der Mensch
als Einzelwesen erfahrbar, vielleicht auch in der Vereinzelung. Aber solche Empfindungen oder Fragen klingen nur an, treten nicht in den Vordergrund,
Nähe und Distanz halten sich die Waage oder gewinnen jeweils je nach szenischem und räumlichem Kontext unterschiedliches Gewicht.
2. Europäischer Monat der Fotografie Berlin
Text zur Ausstellung in der Galerie Dittmar, November 2006
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