 |
Eröffnung der Ausstellung "Positionen zeitgenössischer Architekturphotographie"
Ausstellung: 12. Juli bis 10. August 2002
Die Geschichte der Photographie des zwanzigsten Jahrhunderts läßt sich zu wesentlichen Teilen allein mittels der Architekturphotographie erschließen. Das gilt für die großen Namen der amerikanischen Photographie wie für die jüngere deutsche Photographie. Erwähnt seien hierzu nur zwei Ausstellungen und Publikationen neuesten Datums: "Architecture in Recent German Photography", Achitectural Association, London 1999, und "Architektur in der Photographie der Gegenwart", Museum für neue Kunst, ZKM Karlsruhe 2002.
Daraus geht schon hervor, daß der Begriff "Architekturphotographie" weit gefaßt ist. Neben der Photographie, die allein der getreuen Wiedergabe von Architektur dient, wobei auch diese aus unterschiedlichsten Gründen eigene ästhetische Entwürfe liefert, gibt es das große Feld der Architekturphotographie als reine Photographie, der es um das Erstellen eines Bildes geht. Architektur wird hier "zum Material des Bildes und damit auch zum Material einer immanenten Realität" (Ralph Melcher).
Aber anders als bei den amerikanischen Photographen, deren Aufnahmen der modernen Architektur Bekenntnischarakter trug, würde die neuere deutsche Photographie solche Absichten oder Unterstellungen zurückweisen, ebenso die Trennung von guter und schlechter Architektur. Dem steht entgegen, dass in den meisten dieser Werke soziale, politische und kulturelle Bezüge oder Implikationen allenthalben aufzuzeigen sind, ob intendiert oder nicht – eine Antinomie, die auch die Interpretationen mit einschließt. Auf jeden Fall zeigen die folgenden, kurz vorgestellten Positionen der Photographie von Architektur, bei aller Unterschiedlichkeit untereinander, inhaltlich und ästhetisch eine abweichende Haltung.
Dr. Peter Dittmar,
Galerie Dittmar, Berlin, 2002
<< zurück
|
 |